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Jugendfeuerwehr Hamburg-Eimsbüttel

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Die Feuerwehr auf dem Osterstraßenfest

Samstag acht Uhr morgens. Der Himmel ist strahlend blau und kein Wölkchen trübt den Sonnenschein auf das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Hamburg Eimsbüttel. Doch in der Idylle herrscht schon an diesem Morgen geschäftiges Treiben. Bestimmt zehn Leute sind bereits damit beschäftigt die Fahrzeuge der FF mit diversen Pavillonzelten, Stellwänden und sogar einem Kühlschrank zu beladen. Auch das obligatorische Kinder- Lösch-Haus darf nicht fehlen.

Kurz darauf fahren sie los, aber nicht, wie noch am heutigen Morgen wohl gegen 5:00 Uhr, zu einem Kellerbrand, sondern diesmal setzt sich der Zug gen Osterstraßenfest in Bewegung.

An diesem Wochenende jährt sich zum 25. Mal das Osterstraßenfest im Herzen Eimsbüttels. Das Straßenfest ist eine Erfolgsgeschichte, die ihre Vergleiche sucht. Von wenigen Anliegern vor 25 Jahren gegründet, wird es heute von der Presse mit einer Feiermeile von einem Kilometer und einer geschätzten Besucherzahl von über einer halben Million Menschen als das längste Straßenfest Europas und als eines der größten der Bundesrepublik bezeichnet.

Mit den Feuerwehrautos am traditionellen Standort, an der Kreuzung Osterstraße und Heußweg angekommen, entsteht in wenigen Minuten neben dem Polizeicontainer der Stand der Freiwilligen Feuerwehr Eimsbüttel. Unter anderem wird eines der Feuerwehrautos aufs Festgelände gebracht und dort mit seinem Gerät den Besuchern ausgestellt.

Es ist noch relativ leer, schließlich ist es gerade erst 9:00 Uhr und der Durchschnittseimsbüttler liegt noch im Bett, doch trotzdem bildet sich schon eine kleine Schlange von Kindern vor dem Feuerwehrfahrzeug. Das obligatorische „Im Feuerwehrauto sitzen und mit einem Helm auf dem Kopf Feuerwehrmann spielen“ ist für Generationen von Kindern das Highlight auf dem Osterstraßenfest gewesen und es sieht so aus, als würde sich auch in diesem Jahr daran nichts ändern.

Neben dem Fahrzeug treffe ich den sympathischen Mittvierziger Jörn Rüffer. Er schein in dem aufkommenden Trubel die Ruhe weg zu haben. In Seelenruhe dreht er seine filterlose Zigarette. Warum schon seit Jahren die Feuerwehr hier vertreten sei? – „Leider sind wir anch wie vor recht unbekannt im Stadtteil.“ Er guckt in den blauen Himmel hinauf, nimmt einen Zug seiner Zigarette. „Wir präsentieren uns hier für die ganze Familie. Die Fahrzeuge werden hier den Kindern gezeigt, aber auch manche Erwachsene interessieren sich sehr dafür. Für die Kinder ist das Spielhaus [„Feuerlöschhaus“] die Attraktion. An den Infostand kann sich dann jeder wenden, der ein paar mehr Informationen haben möchte.“

Elf Uhr, und das Wetter zeigt sich nach wie vor von seiner besten Seite. Entsprechend hat sich das fest gefüllt. Am Infostand werden fleißig Auskünfte erteilet, egal ob es darum geht wo die nächste Toilette zu finde ist, wie man am schnellsten zur „Kletterwand“ komme oder was eine Freiwillige Feuerwehr eigentlich den ganzen Tag lang macht. Hier gibt’s von Mitgliedern der Einsatzabteilung, des Fördervereins der FF-Eimsbüttel oder der Jugendfeuerwehr immer eine Antwort und wenn es mal keine gibt, weiß zumindest immer ein wo man sie bekommen könnte.

Dort treffe ich Gerd Mögling. Der große etwa sechzig jährige Mann mit den schneeweißen Haaren ist heute in der Ehrenabteilung, nachdem er über 32 Jahre als Wehrführer die Freiwillige Feuerwehr Eimsbüttel geleitet hat. Ob man das Osterstraßenfest als Feuerwehrmann mit anderen Augen sieht, frage ich ihn. – „Als Feuerwehrmann geht man einfach mit offeneren Augen über das Straßenfest. Wenn man solange in der Feuerwehr war, hat man einfach einen besseren Blick für Gefahren und gerade Schausteller nehmen es mit den üblichen Sicherheitsvorschriften, z.B. bei Gasflaschen etc. häufig nicht so genau. Insofern hat man schon in gewisser Maßen einen anderen Blick.

Im großen Bogen stehen bestimmt zwanzig Kinder um ein weiteres Highlight am Stand der Feuerwehr, dem „Kinder-Lösch-Haus“ herum. Bei diesem Häuschen können auch die kleinsten lernen, wie man ein Strahlrohr (die Spritzte am Ende eines Schlauchs) richtig hält und zielgenau die Holzflammen im Häuschen umspritzt.

Ein feuchtfröhlicher Spaß. Denn nicht selten bewegt sich, natürlich ganz aus Versehen, der Wasserstrahl vom Ziel weg, in Richtung der auf ihre Kinder wartenden Eltern. Ein Glück, dass immer ein Mitglied der Jugendfeuerwehr daneben steht, dass die unfreiwillige Dusche mit einem Handgriff beendet.

Der Stand der Freiwilligen Feuerwehr Eimsbüttel. Ein Ort der Kinder wie ein Magnet anzuziehen scheint und auch die Eltern hier und dort zu fesseln vermag. Ein buntes Treiben, dass nur einmal kurz unterbrochen wurden, als es wie von Geisterhand plötzlich aus allen Richtungen gleichzeitig zu piepen beginnt:

Viele der Besucher des Straßenfestes blicken sich erschrocken um, aber schon sehen sie erstaunt und interessiert, wie die Feuerwehrleute zu den Fahrzeugen laufen, in windeseile ihre Schutzkleidung anlegen, und ins Feuerwehrfahrzeug klettern um zu dem gerade ausgelösten Einsatz zu fahren. Ein kurzer Moment Ruhe, dann dröhnt der Motor des 14-Tonners auf und der Lärm zerreißt die Musik die von einer Bühne herüber schallt.

Eine halbe Minute später ist der Spuk vorbei, nachdem das Fahrzeug unter dem wolkenlosen blauen Himmel im gleißenden Sonnenlicht mit Tatüü-Tataaa verschwand.

Jetzt wissen es alle: Wir sind bei der Feuerwehr!

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Text: Tobias Moll