




„Laterne, Laterne...“, so schallt es in diesen Tagen sehr häufig in den Gassen Hamburgs.
Wenn sich jung und alt auf der Straße versammeln um in langen Zügen mit ihren Laternen durch die Stadt ziehen, begleitet von Spielmannszügen, dann ist natürlich auch die Feuerwehr nicht weit.
So auch diese Jahr nicht, als wir die Laternenumzüge vom Seniorenheim St. Markus in der Gärtnerstraße und den Umzug des Quartiers Osterstraße begleiteten.
Für uns beginnen die Umzüge schon immer etwa eine Dreiviertelstunde vor dem offiziellen Start des Umzugs, wenn wir uns an der Wache treffen.
Sind wir erst mal alle angekommen, gibt es eine Instruktion vom Wehrführer. Dabei klärt er uns über den Verlauf der Route auf. Außerdem wird besprochen, welche Straßenübergänge und Kreuzungen besonders gefährlich sind und wann diese zu sperren sind.
Wenn jeder ungefähr weiß was zu tun ist, oder zumindest jemanden gefunden hat, den er gegebenenfalls fragen kann, bewegt sich die ganze Wehr in Richtung Umkleiden um wenige Minuten später mit den Löschfahrzeugen und meist noch ein bis zwei PKWs zum Ort des Geschehens zu fahren.
Dort angekommen bekommen die aus JF und FF gemischten Teams eine Verkehrskelle, wie man sie von Verkehrskontrollen der Polizei kennt.
Nach meist kurzer Wartezeit und einer Rücksprache mit der Polizei setzt sich der Zug in Bewegung. Mit den Feuerwehrfahrzeugen wird die Straße vor und hinter dem Umzug gesperrt und je nach Größe und Länge des Umzugs eskortieren die Fahrzeuge den Zug auch weiterhin.
Mit dem Beginn des Umzugs beginnt ein stetiger Wettlauf der „Fußtrupps“ mit dem Laterneumzug, damit die Trupps die kommenden Straßen rechtzeitig absperren können. Dieses Spiel setzt sich immer fort:
Zu Anfang laufen alle vor, sperren die jeweils nächsten Straßen ab, warten bis der Umzug die Straße passiert hat und geben die Fahrbahn danach wieder frei. Jetzt muss möglichst schnell das „Meer von Laternen“ überholt werden, damit vorne die nächste Straße gesperrt werden kann.
Soweit zur Theorie denn in der Praxis passieren eben dann und wann Dinge, die man nicht voraussehen kann. So auch dieses Jahr während wir am Fanny-Mendelson-Platz an der Osterstraße warteten, dass der Umzug des Quartiers Osterstraße beginnen würde:
Es war gerade kurz vor sechs und der Platz vor dem Bio-Supermark hatte sich schon mit einer beträchtlichen Menge Menschen gefüllt. Viele junge Familien waren mit ihren kleinen Kindern in Kinderwagen gekommen um mit dem Nachwuchs die jährliche Lichterparade zu zelebrieren. Doch wie es so kommt, schaukelten gerade die Kleinsten die Laternen an ihren Stöcken so stark hin und her, dass man immer Angst haben musste, dass sie gleich vom Haken fallen würden. Oder das die Kinder ausversehen den Laternenstock gleich ganz fallen lassen und die Laterne auf den Boden fallen würde. So auch an diesem Tag. Nur leider fiel die Laterne so unglücklich, das sie Feuer fang und innerhalb von wenigen Sekunden voll in Flammen stand. – So gab es aus diesem traurigen Anlass an diesem Tag noch etwas mehr für drei unserer Jfler zu tun. Zwar war das Feuer schnell gelöscht, doch die Tragödie fand ihren Höhepunkt erst, als zwei weitere Laternen in Flammen standen – ein davon von der gleich Familie wie die erste.
Es ist immer schade, wenn an einem Tag an dem eigentlich alle fröhlich sein sollten, plötzlich der Verlust der Laterne einige kleine Kinder hart trifft, doch ist es für Kinder meist auch ein schönes Gefühl, wenn gleich ein Feuerwehrmann neben ihnen steht, die Flammen löscht und vielleicht auch die eine oder andere Träne trocknen kann.
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Text: Tobias Moll