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Jugendfeuerwehr Hamburg-Eimsbüttel

Übung am 16.9.2009 - Ein Bericht von der anderen Seite

Siehe auch: Die zugehörige Fotogalerie

Es ist Mittwoch und wir warten zu dritt geduldig das endlich das Feuerwehrfahrzeug vom Hof fährt.
Wenn man selber mitfährt bekommt man nie so richtig mit, wie lange es eigentlich dauert, bis alle Jfler umgezogen sind und ihren Platz auf dem Fahrzeug eingenommen haben, doch heute zieht sich die Zeit ewig hin.
Endlich ist der Moment gekommen, das LF 16-KatS ist um die nächste Ecke gebogen und wir können beginnen...

...Feuer legen.

Mit roten Lampen und Absperrband, simulieren wir für die nachfolgende Übung der JF-Eimsbüttel ein Feuer im Dachstuhl der Wache, jedenfalls haben wir es vor, aber dafür müssen wir erst mal selbst aufs Dach kommen.
Also eine Klappleiter suchen und auseinander klappen. Dann rauf aufs Vordach und die Tür zum Dachstuhl über der Fahrzeughalle aufschließen. Nachdem das „Feuer“ gelegt ist, kommt uns die Idee doch gleich als Verletzte oben zu bleiben. Und damit an Gemeinheiten noch nicht genug, plötzlich kommt Marc auf die tolle Idee die Tür doch von innen mit Absperrband zuzubinden um das Einsteigen der Trupps später etwas zu erschweren.
Dann beginnen wir uns häuslich einzurichten: Marc bezieht die hintere Ecke des Dachbodens und ich lege mich, so zu sagen als Willkommensgeschenk, vorne an die Tür.
Da fallen uns plötzlich die großen Holzplatten auf die noch auf dem Dachboden herumliegen. ...warum sollten die nicht auf uns rauf gefallen sein?
Jetzt heißt es die schweren Platten mehr oder weniger realistisch auf uns zu platzieren. Während Marc sich komplett unter der Platte begraben hat, ist sie mir nur auf den Unterleib gefallen.

...jetzt beginnt die Wartezeit, und das direkt unter einem Dach auf das den ganzen Tag die Sonne geschienen hat. Plötzlich entdecke ich neben mir noch eine Dachziegel, denn konnten wir natürlich auch prima verwenden. Ich legte ihn so hin, als wäre er mir auf den Kopf gefallen.
Immer noch kein Mensch, doch in der fern hört man leise Motorengeräusche, aber ob es nur ein schwerer LKW gewesen war, der auf der Kielerstraße vorbei gefahren war, oder das erwartete Rettungsfahrzeug, konnte man nicht eindeutig bestimmen.
Nach weiteren gefühlten zehn Minuten konnte wir die ersten Menschen unten hören, aus deren Gesprächen wir schlossen, dass sie eine Leiter aufzustellen versuchten und dies auch recht bald hinbekamen. Doch auf unsere Rettung sollten wir noch eine ganze Weile warten. Denn erst musste noch die Axt, die Lampe und das Strahlrohr mit Schlauch eingebunden werden.

Jetzt ging die Rettung richtig los, jedenfalls nachdem die Rettungskräfte das Absperrband, was das Öffnen der Tür nur einen Spalt breit zuließ, zerschnitten hatten. Doch nun stellte sich gleich das nächste Problem, denn die Tür die auf den Dachboden führte und die soeben aufgemacht worden war befand sich noch einmal eineinhalb Meter über dem Vordach, sodass ein weiteres Steckleiterteil aufs Vordach hochgezogen werden musste. Als dieses Leiterteil oben angestellt war, konnte mich endlich jemand von meiner Spanplatte befreit und auf kurz auf offensichtliche Verletzungen hin prüfen. Dann zog mich der Angriffstrupp unter größter Anstrengung aus der Dachbodentür und legte mich auf dem Vordach zur Behandlung ab. Gleich kam ein weiterer Trupp der ebenfalls bereits aufs Dach gestiegen war auf mich zu um mich gut zu betreuen und meinen Gesundheitszustand zu checken.
Derweil war der Angriffstrupp schon wieder ins Gebäude vorgedrungen und ging Klopfzeichen nach, die Marc im hinteren Teil des Bodenraumes gab.
Ich wäre nun eigentlich auf der Trage eingebunden worden und auf die Erde abgelassen worden, doch solche Spiele sind aus Unfallverhütungsgründen natürlich nicht gestattet, sodass ich mich gleich wieder als kuriert melden konnte. Mein Teil der Übung war damit beendet, doch ein Eindruck bleibt:

„Selbst wenn man glaubt draußen sehr schnell zu arbeiten und die Person schnell zu retten, kommt es dem Patienten doch wie eine halbe Ewigkeit vor.“

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Text: Tobias Moll
Fotos: Michael Pflaum