




Am 21. Juni 2009 fand die Bereichsübung der Jugendfeuerwehren aus Eimsbüttel statt.
An diesem Tag fuhren alle Jugendfeuerwehren zusammen auf verschiedenste Einsätze im ganzen Einzugesgebiet Eimsbüttels die von den zugehörigen Freiwilligen Feuerwehren und den Berufsfeuerwehrwachen F15 und F13 ausgerichtet wurden.
Im Folgenden ein Bericht aus der Sicht unsers stellvertretenden Gruppenführers der als Gruppenführer auf dem Fahrzeug von Eidelstedt fuhr:
»Als erstes meldete ich mich in den Funkverkehr vom GW-Fm (unserer Einsatzzentrale) ein und wartete mit meiner Mannschaft, die von verschiedenen Wehren zusammengewürfelt war. Dann hörte man: „Florian Hamburg Eidelstedt 1, ich habe einen Einsatz für sie, ein THY (TH= Technische Hilfeleistung, Y= Menschenleben in Gefahr), Person in Keller verschüttet!“. Also schnallte ich mich an und wir fuhren los. Auf dem Weg bereitete ich meine Mannschaft auf diesen Einsatz vor, um später nicht mehr so viel sagen zu müssen. Dort angekommen lief ich mit meinem Melder in den Keller und fand dort eine unter Stühlen vergrabene Person, die ihre Beine nicht mehr spürte. Also blieb mein Melder unten bei der verletzten Person, während ich zum Fahrzeug lief und den Restlichen sagte, was sie zu tun hätten: „Eine verletzte Person im Keller, Angriffstrupp zur Erstversorgung mit dem Sanitätskasten und Wassertrupp zum Beseitigen der Stühle vor“. Dann alarmierte ich noch einen RTW und einen NEF nach, um die verletzte Person weiter versorgen zu lassen. Dann verlor die Person das Bewusstsein, dies war aber nicht schlimm, weil der RTW da war und ich die Person übergeben konnte. So war dieser Einsatz für mich erledigt und wir fuhren zu einem der vielen Bereitstellungsplätze. Dann kam der nächste, ein „Feuer Klein“...ein Schuppenbrand. Der Brand entpuppte sich als Spielhaus, welches teilweise beim Tag der offenen Tür genutzt wird. Diesen ließ ich mit dem Schnellangriff löschen und meldete uns wieder einsatzbereit. Doch zum Spaß setzten wir auch noch die Kübelspritze ein. Dann packten wir wieder ein und warteten, bis wir von der Übungsleitung den nächsten Einsatz bekamen: „Feuer auf Dach“. Hier war die erste Frage meinerseits: „Dachbrand ohne weitere Kräfte?“ Also fragte ich nach, ob noch weitere kommen würden. Dies wurde aber leider verneint. Dort angekommen, sah man den Grund, warum keine weiteren Kräfte alarmiert wurden. Es war nur eine kleine Flamme auf dem Dach. Also ließ ich ein Standrohr aufbauen und ließ mit 1 Fog-Fighter und 1 C-Strahrohr den Brand löschen. Doch dann entflammte das Feuer wieder und wir gingen noch mal mit den vorher genannten Löschmitteln auf das Feuer los. Dann war das Feuer gelöscht und wir wollten kurz zur Wache der FF Eidelstedt fahren, um dort etwas zu trinken. Doch mal wieder kam uns eine Übung zuvor: ein Feuer Y, zusammen mit einer anderen Wehr, doch wir blieben vorher im Verkehr stecken und kamen erst an, als das Feuer gelöscht war und alle Personen gerettet waren.«
Doch nun zum großen Finale: Es war etwa halb zwei als sich alle Fahrzeuge in ihre Bereitstellungsräume zurückzogen. Unterdessen wurde am Bezirksamt die Alarmmeldung für die letzte große Lage gegeben. Es hieß, FEUR (Feuer & Rettungsgroßeinsatz) nach Verpuffung bei Bauarbeiten in den Kellerräumen des Bezirksamtes Eimsbüttels. Am Einsatzort bereitete sich gespannte Ruhe unter den Beobachtern aus, wann würden die ersten Fahrzeuge kommen?
Man musste nicht lange warten, da fuhren die ersten vier LF’s mit Blaulicht und Martinshorn vor dem Gebäude vor. Im halben Minutentakt kamen ab jetzt weitere vier LFs und einige MTWs nach. Es entstand eine wunderbare Feuerwehrparade!
Die ersten Gruppenführer sprangen aus den Fahrzeugen und befragten Passanten nach dem vorgefallenem. Recht schnell wurden die beiden Zugänge zu dem Keller gefunden und die ersten fünf Angriffstrupps machten sich zur Personenrettung auf den Weg ins innere des Gebäudes. Unterdessen fanden vor dem Gebäude auf der Wiese die Vorbereitung für die Verletztensammelstelle statt: Erste-Hilfekoffer und Decken wurden bereitgelegt außerdem wurden einige Trupps abgestellt um ankommende Verletzte aus dem Gebäude zu übernehmen. Während dessen suchten andere verzweifelt Hydranten um die Fahrzeuge, und somit im Endeffekt auch die Trupps im Gebäude mit Wasser zu versorgen – nur schade, dass sie keinen fanden.
Kurze Zeit später wurde die erste Person aus dem Gebäude gerettet – nur leider war sie schon tot.
Doch dieses Schicksal hatte viele der anderen verletzten Personen noch nicht ereilt, sodass die Verletztenversorgungsstelle schnell mehrere Verletzte zu versorgen hatte.
Im Gebäude kämpften die Angriffstrupps mit der extrem starken Verrauchung, bei der man schon in einem kleinen Raum seinen Trupppartner ohne Probleme verlieren konnte. Und in dieser Situation sollten dann noch verletzte Personen gefunden werden! Wurde eine Person trotz dieser widrigen Umstände gefunden, bot sich aber sofort das nächste Problem, denn auf dem schmalen Kellergang, standen noch eine ganze Menge Baugerätschaften, Einkaufswagen u.v.m. herum, die ein problemloses Durchkommen fast unmöglich machten.
Nach einige Zeit zogen sich die meisten Kräfte aus dem Keller zurück und beteiligten sich an der Verletztenversorgung bei der mit der Zeit die Zahl der Verletzter auf acht gestiegen war. In dieser Situation kam plötzlich die Meldung, dass noch zwei weitere Personen vermisst würden. Doch zum Glück konnten die Vermissten schnell aus dem Rauch gerettet werden, auch wenn sie sich mit der Zeit eine schwere Rauchvergiftung zugezogen hatten (zumindest, wenn sie von richtigem Rauch umgeben gewesen wären).
Nachdem die Verletzten den (fiktiven) RTWs übergeben worden waren und Nachlöscharbeiten beendet waren, konnte endlich mit dem Wort „Abspann“ gefolgt von „Zum Abmarsch fertig“ der Einsatz beendet werden.
Für uns alle war dieser Tag ein ganz besonderes Erlebnis, nicht nur aufgrund der vielen verschiedenen Übungen sondern auch durch die Erfahrung mit mehr als achtzig Jugendfeuerwehrmitgliedern aus ganz verschiedenen Wehren zusammen zuarbeiten und sich zu koordinieren.
Doch viel Spaß und Action bedeutet auch immer viel Vorbereitungszeit. Daher wollen wir uns an dieser Stelle bei allen, die dieses Erlebnis ermöglicht haben bedanken, allen vorweg jedoch bei den Hauptverantwortlichen Kai Winter und Jörn Rüffer.
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Moritz Martin & Tobias Moll
