




19:37 Uhr – Wir befinden uns an der Universität Hamburg als plötzlich ein Feuerwehrfahrzeug in die kleine Straße in den Campus einbiegt und vor dem Eingang zum Soziologengebäude zum stehen kommt. Viele Studenten bleiben überrascht stehen als die Türen des Fahrzeugs aufspringen und verfolgen die Szenerie als eine Gruppe Jugendlicher mit voller Löschapparatur die Eingangshalle des Gebäudes betritt.
Ja, wir sind mal wieder mitten in einer Übung der Jugendfeuerwehr.
Heute soll es um eine Übung in verrauchtem unbekanntem Terrain gehen, wofür der Keller des alterwürdigen Hauses ideal geeignet ist.
Nach kurzen Instruktionen verlautet der Angriffsbefehl und drei Trupps, jeweils mit einem Schlauchkorb, Strahlrohr und der restlichen Standartausrüstung bewaffnet begeben sich die Stufen ins Ungewisse hinab. Ihr Auftrag: Zwei verletzte Personen aus dem verrauchten Bereich retten.
Die Schwierigkeit bestand einerseits darin, sich bei schlechter bis gar keiner Sicht in dem Gängesystem zurecht zu finden und andererseits darin, dass sich die drei Trupps selbstständig untereinander koordinieren sollten.
An der ersten Abzweigung trennte sich die Gruppe, vier Leute, also zwei Trupps, tasteten sich langsam nach rechts vor, ein anderer Trupp erkundete die links gelegenen Räumlichkeiten.
Der link Zweig des Gängesystems war schnell erkundet: Es gab weder verletzten Personen noch sonstigen Gefahren. Nach einer kurzen Mitteilung an den Gruppenführer folgte auch dieser Trupp den beiden ersten in den rechten Teil des Kellers. Dort war unterdessen der erste Trupp auf eine bewusstlose Person gestoßen. Schwer atmend röchelte die Person den Rauch ein, sodass ihr sofort eine Fluchthaube (Rettungsmaske um Personen ohne Rauchgasvergiftung aus verrauchtem Gebiet zu retten, zum Anschluss an eine Atemluftfalsche geeignet) übergezogen werden musste. Dann konnte die Person nach einer kurzen Rückmeldung an den Gruppenführer ins Freie gebracht werden.
Der zweite Trupp war bei seiner Personensuche ebenfalls erfolgreich gewesen und hatte die zweite Person gefunden. Nachdem auch hier die wichtigen Sofortmaßnahmen eingeleitet worden waren, wurde auch diese Person aus dem Keller ins Freie gerettet.
Der dritte Trupp war mit der Zeit auch im rechten Kellerteil angekommen und bildete die Nachhut für die ersten beiden Trupps. Er sollte den Keller abschließend noch einmal auf verletzte Personen durchsuchen und ggf. mit der Brandbekämpfung beginnen. Doch zu letzterem kam es nicht, denn in der hintersten Ecke des verwinkelten Kellers fand er noch eine Person. Wie die beiden anderen Verletzten zuvor wurde auch die dritte Person gerettet. Nachdem alle drei Personen an die (illusionären) Rettungswagen übergeben worden waren, begaben sich alle Trupps noch ein mal in den Keller hinab um die Personensuche nun endgültig abzuschließen und die letzten Brände zu löschen.
Bei einer anschließenden Nachbesprechung ließen die Jugendfeuerwehrmitglieder die Übung noch mal Revue passieren, doch dann zeigte ein banger Blick auf die Uhr, dass es höchste Zeit war sich auf den Heimweg zu machen.
Tobias Moll