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Jugendfeuerwehr Hamburg-Eimsbüttel

Reisebericht von der Tanzania-Reise vom 13.10.2008 bis zum 27.10.2008


13.10.2008
Endlich war es soweit es ging nach Afrika in die Region Tanzania in die Hafenstadt Dar es Salaam.
Die Reise begann um 4:45 am Hamburg Airport mit kurzen Zwischenstops in Amsterdam und Nairobi.
Endlich nach länger als 10 Std. Flug waren wir da und beim aussteige kam einem gleich die warme
feuchte Luft entgegen. Schnell noch durch die letzte Passkontrolle und die Koffer holen, denn
draußen wartet schon unser Bus, vollgepackt bis oben hin. Dann ging’s los ins erste Hotel.
Unterwegs hielten wir nochmal kurz bei unsrem Dolmetscher Johann, damit er seine Sachen holen konnte. Da trafen wir noch andere Weiße, wo zufällig auch eine Studentin aus Eimsbüttel dabei war. Nach dem wir uns kurz unterhalten hatten, und festgestellt hatten, wie klein die Welt doch ist gings weiter zum Hotel wo wir schon mit Freude und viel Umarmungen empfangen worden sind. Danach noch kurz was getrunken und ins Bett.

Am 1 Tag in Tanzania haben wir das Dogodogo Center besichtig und waren am Strand baden.
Wir mussten uns schließlich ans Klima gewöhnen, das recht feucht und ca. 38°C heiß war.

Kurz was zum Dogodogo Center:
Das Dogodogo Center ist eine Einrichtung wo Straßenkinder eine 3 Jährige Ausbildung zum Tischler,
Schneider oder Musiker machen können.
Wie komm sie dahin ohne Medien und Co. ???
Meistens läuft das so ab, dass wenn ein Kind im Dorf von zuhause rausgeschmissen wird oder wegläuft meistens der erste Weg in die Stadt ist, wo sie versuchen sich durch Betteln oder Klauen zu ernähren.
In die Stadt kommen sie durch Schwarzfahren. Dann werden viele von einer Gruppe anderer Straßenkinder aufgenommen.
Uns wurde erzählt, dass die Kinder ein Gefühl für Neulinge auf der Straße haben. Dann werden die
Neulinge sozusagen in die Straße eingewiesen. Der Tagesablauf eines Straßenkindes ist Drogen nehmen, indem sie verbranntes Plasik einatmen, und zu Betteln bzw. zu Klauen.
Wenn sie Glück haben hören sie vom Dogodogo Center, aber um dahin zu kommen, müssen sie erst in ein „Drop in“. Da werden sie sozusagen neu erzogen, so dass sie nicht mehr klauen und keine Drogen mehr nehmen.
Danach können sie dann ins Dogodogo Center und ihre dreijährige Ausbildung zum Tischler, Schneider oder Musiker machen.
Wenn sie fertig sind, bekommen sie ein Werkzeugkasten bzw. eine Nähmaschine oder ein Instrument. Und werden dann wieder auf die Straße gesetzt. Was sie dann machen ist ihnen selbst überlassen. Entweder werden sie ihren Beruf weiter ausüben oder sie verkaufen ihr Werkzeug haben dann kurz Geld und sind dann wieder Arm. Die Auszubildenden sind in einem Alter von 14-20 Jahren. Viele Straßenkinder sind in einem Alter zwischen sieben und 18 Jahren.

Die nächsten 3 Tage haben wir dann mit den Auszubilden vom Dogodogo Center erste Hilfe und Brandschutzausbildung gemacht.
In erster Hilfe haben wir ihnen die stabile Seitenlage beigebracht und mit denen zusammen geübt.
Beim Brandschutz hat Reinhard Paulsen, unser Reiseleiter, viel über die Entstehung eines Feuers und über die Brennstoffe erzählt.
Dann mit ein bisschen Verspätung kam auch das Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Dar es Salaam und wir konnten ihnen ein bisschen das Fahrzeug zeigen.
Am letzten Tag war das Löschfahrzeug wieder mit dabei, dann hat eine Gruppe von uns mit 9 Leuten den Auszubildenden eine Löschübung gezeigt mit dem Schnellangriff und dem 1 C-Strahlrohr. Danach sollte eine Gruppe von Auszubildenden mit unserer Hilfe das nachmachen – zwei mal Probe und beim dritten mal haben wir dann einen Haufen mit Holz angezündet, den sie mit ein paar Komplikation gelöscht haben. Beim vierten mal haben wir zwei alte Reifen mit Holz angezündet, die sie dann erfolgreich gelöscht haben.

Warum machen wir soetwas mit den überhaupt ?
Einmal, damit die Auszubildenden sich im Notfall zu Helfen wissen, und weil
Reinhard Paulsen vor hat, im Dogodogo Center eine Feuerwache aufzubauen mit eigenem Löschfahrzeug und Mannschaft.
Eigentlich hatte er mit uns vor, dass wir die Mannschaft schon mit ihrem eigenen Löschfahrzeug ausbilden, nur das ist leider dran gescheitert, weil irgendjemand was dagegen hatte, dass da ein Löschfahrzeug hinkommt.


Die nächsten fünf Tage haben wir dann im Mikumi National Park verbracht.
Am ersten Tag sind wir gegen 17 Uhr angekommen, dann mussten wir erst mal unsere Zelte aufbauen und das Lager einrichten.
Kaum war die erste Nacht in der Wildnis zwischen den ganzen wilden Tieren ohne Dusche und Klo vorbei, dann ging’s richtig los. . .
Auf dem Dach vom Landrover und im Bus sind wir dann auf Safari gefahren, da haben wir dann Nilpferde, Zebras, Antilopen, Elefanten, Giraffen und Affen gesehen - nur leider keine Löwen.



Am dritten Tag war es dann soweit, nach etwas längerer Fahrt durch die Savanne haben wir da unsern ersten Löwen mit seiner Beute gesehen.
Dann haben wir noch ein paar Büffel und mehrere Skelette gesehen.
Am vierten Tag haben wir den Park verlassen und sind zu einem Wasserfall gefahren. Nach einem sehr langen und sehr anstrengenden Aufstiegt konnten wir die Natur, den Ausblick und das verdammt kalte Quellwasser genießen. Im Quellwasser durften wir auch Baden gehen.
Endlich mal wieder nach vier Tagen waschen!
Obwohl der ein oder andre nicht rein ging weil ihm das zu kalt war hat es verdammt viel Spaß gemacht.
Danach haben wir noch was gegessen und dann ging’s auch schon wieder runter und zurück in den National Parkt.

Am fünften Tag haben wir wieder das Lager aufgeräumt und abgebaut, dann ging es zurück in die Stadt Dar es Salaam.

Die dritte Etappe unserer Reise führte uns ins Hafengebiet von Dar es Salaam, wo wir im Tanzania Episcopal Conference (TEC), dem Bischofssitz, untergebracht waren.
Wir mussten als erstes feststellen, dass es in der Stadt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit noch viel heißer war, als auf der Safari. Das machte einigen von uns sehr zu schaffen.
Dann haben wir die einzige Berufsfeuerwehrwache von Dar es Salaam besichtigt. Der Zustand der Wache war sehr schlecht.
Die Betten waren alle total zerfetzt und die Wände wiesen Wasserflecken von der letzten Regenzeit auf. Dann kommt noch dazu, dass es nur zwei einsatzbereite Fahrzeuge für die ganze Stadt gibt.
Das sind ein Löschfahrzeug und eine Drehleiter. Die Andren waren kaputt.
Die Einsatzzentrale war von zwei Telefonen und vielleicht einer Person besetzt, die nur die richtig wichtigen Einsätze vom Parlament oder anderen Staatsorganen weiterleitet.



Der eine oder andere von uns, hat mit der Wache Erste Hilfe Unterricht gemacht und die andren waren in der Markthalle Caria Koo.
Es war mal sehr spannend zu sehn, wie da einige Lebensmittel und Waren gelagert und gehandelt werden und auch mal zu sehn wie sie einem Mädchen aus unserer Gruppe versucht haben Taschentücher aus der Tasche zu klauen, weil die wahrscheinlich dachten, das sei ein Handy.
Der Dieb wurde aber schnell bemerkt und erwischt, so dass er die Taschentücher nicht mal richtig in der Hand hatte.
Am nächsten Tag haben wir dann im Überschwemmungsgebiet von Dar es Salaam den Kindergarten besucht.
Der Weg zum Kindergarten war schon sehr erschreckend, da das Stadtviertel in einem verdammt schlechten Zustand war.

Als wir im Kindergarten angekommen sind, wurden wir mit Freude empfangen.
Nachdem ein bisschen über den Kindergarten erzählt wurde und die Kinder gesungen hatte, durften wir noch ein bisschen mit den Kindern spielen und konnten viele Fotos machen.
Der Kindergarten war wie auch der Stadtteil in einem sehr schlechten Zustand. Spielzeug gibt es da nicht, außer einer kleine Schaukel und einem kleinem Klettergerüst.
Ich und ein paar andre aus der Gruppe werden jetzt mal auf dem Dachboden nach ein paar alten und noch guten Spielzeug gucken und die dann über Reinhard Paulsen dahin schicken lassen.


Am Vorletzten Tag waren wir auf dem Fischmarkt, was sehr eklig und sehr gestunken hat. Auf dem Fußboden lagen abgeschnittene Flossen von den Fischen, und an vielen Stellen waren kleine Blutfitzen. Der Fisch wurde meistens auf einem Tisch in der Sonne oder auf dem Fußboden gelagert.
Anschließend haben wir noch ein bisschen die Innstadt besichtigt.


Am Letzten Tag waren wir zur Entspannung am Südstrand von Dar es Salaam noch mal zum Baden und Sonne Tanken und danach ging es schon wieder zum Flughafen und Nachhause.

Wir haben hier alle tolle, spannende und auch erschreckende zwei Wochen in Tansania erlebt und sind mit vielen schönen Eindrücken zurück nach Hamburg gekommen.
Wir möchten uns bei Allen bedanken, die diese Begegnung ermöglichen. Besonders bei Johann Lieberich unserem Dolmetscher und Reinhard Paulsen unseren Reiseleiter, die sich in Tansania immer um uns gekümmert haben.


Marc Neumann