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Jugendfeuerwehr Hamburg-Eimsbüttel

Wir beim 32. August-Ernst Pokal

Langsam richte ich mich im Bett auf, und werfe einen verschlafenen Blick auf die Uhr. Verdammt, es ist schon 7:00 Uhr, ich habe verschlafen. Also raus aus den Federn, ab ins Bad und noch was essen. Viertel nach. Die Zeit läuft, um 7:30 Uhr treffen wir uns an der Wache. Ich schnappe mir meine Jacke und mein Fahrrad.

Während ich nun zur Wache fahre, denke ich darüber nach, was heute auf mich zukommt wird. Denn heute findet der August-Ernst-Pokal statt. Es wird das erste Mal sein, dass wir daran teilnehmen. 
Was wird uns wohl erwarten? Das einzige was ich bisher von dem Jugendfeuerwehrwettkampf weiß, ist, dass er auf der Horner Rennbahn zusammen mit Jugendfeuerwehren aus ganz Hamburg stattfinden wird. 
Jetzt habe ich die Wache erreicht und einige genauso müde Gestalten wie ich kommen mir entgegen. Es sind schon fast alle da.

Nachdem wir jegliche Jugendfeuerwehrschutzkleidung auf unser LF2, ein LF 16 KatS, verfrachtet haben, man weiß ja schließlich nie was auf einen zukommen wird, geht es los. Das Kommando "Aufsitzen" erfolgt, und jeder nimmt seinen Platz im Fahrzeug ein.
Eine halbe Stunde später reihen wir uns in einer Schlange von bestimmt 20 Löschfahrzeugen einen und betreten unser heutiges Wettkampfgelände, die Pferderennstrecke Horner-Rennbahn.
Nachdem wir alle zur Begrüßung angetreten sind und ein Plan der verschiedenen Stationen bekommen haben, begeben wir uns zur ersten Station: 

Erste Hilfe steht auf dem Plan, eine Person hat sich mit einer Stichsäge in den Arm gesägt und steht entsprechend unter Schock. Nach dem zwei JFler ausgewählt sind, wird die Person in die Schocklage gebracht und beruhigt, während die Wunde versorgt wird. 
Fazit: Großes Lob von den Schiedsrichtern und fast volle Punktzahl.
Also weiter.

An der nächste Station war Theorie angesagt, was mache ich bei einem Schornsteinbrand. Womit lösche ich ihn, womit auf keinen Fall und mit welchen Geräten mache ich das. 
Es lief zwar recht zäh, aber am Ende hatten wir alle Fragen beantwortet.

Unser nächster Test auf dem Weg zum Pokal präsentierte sich uns in Form eines Tisches mit auf Papier abgedruckten Flaggen, die ihren Originalen alle Ehre machten, indem sie wie diese im Winde (weg) wehten. Als alle Papierbögen wieder eingefangen waren, ging es daran, die Flaggen
den Ländern zuzuordnen und sich an ihre Hauptstädte zu erinnern. 
Die ersten Sechs waren kein Problem, waren es doch gut bekannte Staaten, wie Belgien, Italien oder Frankreich. Nur bei den letzten Beiden, hatte uns das Glück oder unser Können verlassen.
Aber wer kennt auch schon die Flagge und Hauptstadt von Monaco?
(Ja, ich weiß, dass einige Besserwisser jetzt sagen werden: "Ich").

Insgesamt waren für die 31 Jugendgruppen 27 Aufgaben aus allen Bereichen gestellt: Von Naturschutz und Baderegeln über Verkehrssicherheit bis hinzu dem guten alten Feuerwehrtechnischen und der Ersten Hilfe. So war für jeden etwas Passendes dabei.

Am meisten freuten wir uns jedoch über den aufopferungsvollen Auftritt unseres Jugendfeuerwartes Jörn Rüffer, als er kurzfristig einsprang, als uns für eine Aufgabe eine Person fehlte.
So waren wir am Ende alle ziemlich außer Atem, denn dies war eine Aufgabe à la: Laufe eine Runde, beantworte eine Frage. Ist die Antwort falsch, lauf noch eine Runde.

Gegen Ende des Parcours spielten wir das lustige Spiel: Einige setzen sich gemütlich in ein Schlauchboot, während die anderen um den See herum sprinten und von der anderen Seite aus das Boot mit den Passagieren an einem Seil herüber ziehen.
...wie gemütlich muss es wohl gewesen sein sich bei so schönem Wetter in einem Boot zurück lehnen zu können.^^

Als letzte Aufgabe durften wir unser Kindergeburtstagswissen zum Thema Eier-Laufen auf einem recht anspruchsvollen Klettergerüst Parcours auffrischen. Etwas, das wir, dem Ergebnis zufolge, viel zu selten gemacht haben. 
Vielleicht sollte man dafür einen eigenen Dienst einplanen?

Jetzt, nach bestimmt schon sechs oder sieben Stunden auf freiem Felde, jeder im Diensten des Pokals, gab es Essen. Ein schon fast ritueller Abschluss einer jeden Feuerwehr Veranstaltung.

Nachdem das Essen beendet war, ein Zustand, der gefühlt eigentlich nie eintritt, hieß es zum letzten Mal an diesem Tage antreten.
Ein Delegierter von uns wurde abgesandt, um eine halbe Ewigkeit mit den gesamten Vertretern der anderen Jugendfeuerwehren auf die Urkunde zu warten, bis sich endlich alle Offiziellen sortiert hatten.
Schließlich ging es los, erst die Danksagungen an alle Unterstützer, dann der offizielle Count-down des 32. August-Ernst-Pokals: 31, 30, 29, 28, mit jedem Platz stieg die Spannung.
Wir als komplette Neulinge bei diesem Wettbewerb, konnten wir überhaupt eine Chance gegen die zum Teil monatelang vorbereiteten Wettkampfverbände der Elitewehren haben? - Ja, wir konnten.
Der 13. Platz, locker in der ersten Hälfte, und der beste Platz, den wir bisher (in unserem vierjährigen Bestehen) je in einem Wettkampf dieser Größenordnung gemacht haben.
Für uns alle mehr als ein Grund zum feiern. (Zum Glück haben wir keine Abergläubischen unter uns, dies hätte unter Umständen auf die Stimmung gedrückt.)

Auf der Rückfahrt blieben die Gedanken an einen Tag voller Spaß und Spannung mit Freunden und einem Ergebnis, dass zeigt, was alles mit gutem Teamwork zu erreichen ist.

Fotos: Jörn Rüffer
Text: Tobias Moll